24 Januar 2020

4L Trophy: Auf dem Weg in die marokkanische Wüste mit Elena!

Elena, eine Wirtschaftsingenieurin bei agap2 Straßburg, stellte sich der Herausforderung, mit Unterstützung von agap2 dieses Jahr an der Rallye 4L Trophy 2020 teilzunehmen. Die solidarische Wüstenrallye, die am 20. Februar starten wird, führt über 6000 km durch Frankreich, Spanien und die marokkanische Sahara. Sie und ihre Beifahrerin Juliette bilden ein 100 % weibliches Team, das keine Angst hat, eine solche Challenge anzugehen.

Elena berichtet uns hier über die Anfänge dieses schönen Erlebnisses:

Kannst du uns erklären, was die 4L Trophy ist?

Die 4L Trophy ist die größte humanitäre Rallye in Europa, an der nur junge Menschen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren teilnehmen dürfen. Sie wird vom 20. Februar bis zum 1. März 2020, also rund 10 Tage lang, stattfinden und auf einer 6000 km langen Strecke durch einen Großteil Frankreichs, Spaniens und der marokkanischen Sahara führen. All das an Bord eines legendären, sympathischen Autos: eines Renault 4! Die Herausforderung besteht in der Fähigkeit, die Dünen und die Berge des Atlas zu überwinden und dabei so wenig Kilometer wie möglich zurückzulegen. Da die 4L Trophy ein Orientierungsrennen ist, zählt nicht die Geschwindigkeit.

Das Hauptziel dieser Reise ist, Marrakesch zu erreichen, um den ärmsten Kindern Marokkos Schulsachen und Sportausrüstungen zu übergeben. Nach der Ankunft werden diese Materialien vom Verein „Enfants du Désert“ verteilt.

Warum hast du Lust auf dieses Abenteuer?

Die 4L Trophy ist für mich ein Traum, den ich schon seit vielen Jahren realisieren wollte. Schließlich wusste ich, dass Teams aus meiner Universität teilnehmen. Das hatte meine Neugierde geweckt, aber ich hatte mich nie getraut, bis ins letzte Frühjahr, als meine Freundin Juliette und ich endlich beschlossen, den Sprung zu wagen.

Es ist eine echte persönliche Herausforderung, der ich mich heute stelle, angetrieben von Abenteuergeist, Solidarität und gegenseitiger Hilfe. Ich wollte meine Grenzen austesten und einmalige Augenblicke mit den Teams der Rallye und den Menschen vor Ort erleben. Das sind Erinnerungen, die man sein Leben lang nicht vergessen wird.

Die Teilnahme an der 4L Trophy ist auch ein Beitrag zu einem humanitären Projekt. Die Möglichkeit, den Kindern helfen zu können und mich nützlich zu fühlen, motiviert mich sehr. Für mich sollte Schule nicht eine Option, sondern ein universelles Grundrecht sein, wie es der Verein „Enfants du Désert“ so gut ausdrückt: „lesen, schreiben, rechnen lernen: ein Recht, das allen zusteht!“

Wie bereitet man sich auf eine solche Rallye vor?

Ich praktiziere derzeit zwei Sportarten mit Wettkämpfen: Triathlon und Reiten. Ich trainiere schon sehr viel. Deshalb denke ich, dass ich in der Lage bin, diese Rallye zu bewältigen. Auch an den Stress vor jedem Start bin ich gewöhnt. Diesen Stress kann man managen, und er ist es, der den Adrenalinspiegel steigen lässt! Ich denke, dass es bei dieser Rallye genauso sein wird. Die Freude darauf, über die Ziellinie zu fahren, wird mir helfen, den Knoten im Bauch und den Stress am Start zu überwinden.

Was die technische Vorbereitung betrifft, starten meine Beifahrerin und ich bei null mit unserem 4L, den wir liebevoll Ginette nennen und der seit über einem Jahr nicht mehr gefahren wurde. Deshalb haben wir das Nötigste in Mechanik, die technischen Änderungen für die Rallye und die Karosserie gelernt, ohne besondere Schwierigkeiten. Zwar sind wir ein Frauenteam, aber wir wissen uns auch im Alltag zu helfen und sind handwerklich geschickt, und genau das wollen wir bei dieser Rallye auch beweisen!

Welche Etappen umfasst die Vorbereitung?

Die Anmeldung zur 4L Trophy erfordert ein echtes Projektmanagement: Man steckt sich zuerst ein präzises Ziel und prüft, welche Mittel man braucht, um es zu erreichen. Es ist ein echter Ausdauer- und Härtetest, bevor man überhaupt an den Start gehen kann!

Die allererste Entscheidung, die man treffen muss, ist die Wahl seines Beifahrers. Es muss ein zuverlässiger Beifahrer sein, der der beste Verbündete vor und während der Rallye sein wird. Und man braucht einen Namen für das Team. Und selbstverständlich muss man mit dem administrativen Teil beginnen. Da kann die Gründung eines Vereins zur Legitimierung des Projekts und die Eröffnung eines Bankkontos, bevor man mögliche Sponsoren ansprechen kann, umfassen. Dann muss man sein Budget definieren, das in einer Sponsoringmappe erklärt wird. Sie enthält auch die Vorstellung des Konzepts der 4L Trophy und des Vereins, die Präsentation des Events in den Medien, wie und warum man als Sponsor auftreten sollte…

Für die Suche nach Sponsoren muss man dann eine echte Marketingstrategie entwickeln: von der Kontaktaufnahme bis zur Verhandlung. Jede Hilfe wird gerne angenommen. Und es ist wichtig, die Menschen in seiner Umgebung einzubeziehen, damit sie über das Projekt sprechen: die Mund-zu-Mund-Propaganda ist sehr wichtig!

Wie finanzierst du dein Projekt?

Es ist eine finanzielle oder materielle Unterstützung möglich: Zum Beispiel für die Überholung des Autos selbst oder für Sport- und Schulmaterialien für die Kinder. Ich finanziere einen Großteil meines Projekts durch den Verkauf von Werbung auf Ginette an Unternehmen, die dadurch unsere Sponsoren werden. Wir haben auch ein Leetchi-Crowdfunding eingerichtet, das man auf unserer Facebook-Seite findet, so dass alle uns finanziell mit dem Betrag helfen können, den sie spenden möchten. Und letztendlich haben wir 4L Trophy-Kugelschreiber gekauft, die wir in unserem Bekanntenkreis oder an unserem Wohnort verkaufen werden.

Es liegt auf der Hand, dass es nicht ganz so einfach ist, ein Budget von mehr als 10.000 € zusammenzutragen, so dass jede von uns einen Beitrag leisten muss, indem sie aus ihren Ersparnissen schöpft. 

Welche Erwartungen hast du an eine solche Erfahrung?

Für mich ist es vor allem eine persönliche Challenge. Klar, es nehmen mehr Männer als Frauen an der 4L Trophy teil und man hat manchmal über mich gespöttelt, als ich nach Sponsoren gesucht habe. Ich möchte gerne beweisen, dass auch eine Frau es schaffen kann, mit einem Renault 4 durch die Wüste zu fahren und die entsprechende Mechanik am Laufen zu halten. Ich glaube nicht, dass ich die Menschen um mich herum überrascht habe, als ich ihnen meine Rallye-Teilnahme angekündigt habe. Das macht mir keine Angst. Das Abenteuer, die Straße, die Übernachtungen im Biwak, die Treffen mit Studenten aus allen Richtungen sind es, die diese Rallye – da bin ich mir sicher – zu einer einzigartigen Erfahrung machen werden, bei der die Bedingungen, auch wenn sie schwierig sind, keine Rolle spielen. Es bietet mir auch Gelegenheit, zu lernen, wie man ein komplexes Projekt managt, das viele Ressourcen und einen hohen persönlichen Einsatz erfordert.

Und natürlich freue ich mich auf herrliche Landschaften, darauf, zu lernen, wie man eine Autopanne bewältigt, und vor allem viel über mich selbst und das Teilen zu lernen. Ich hoffe, jeden Tag etwas Neues zu entdecken, ein Gefühl von Freiheit und Glück zu erleben und eine neue Sicht auf das Leben zu gewinnen.

Warum hast du AGAP2 gebeten, dir bei diesem Projekt zu helfen?

Im berühmten Mitarbeitermagazin agaptualité hatte ich Artikel und Berichte über sportliche Projekte, Challenges und Veranstaltungen gefunden. agap2 begleitet seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig bei Projekten, die ihnen am Herzen liegen. Ich bin seit nunmehr 3 Jahren Wirtschaftsingenieurin in der Agence agap2 Straßburg und ich habe mir gesagt, dass es das wichtigste Unternehmen ist, das sein Vertrauen in mich setzen und mich bei diesem Abenteuer unterstützen kann, da es ein menschliches, solidarisches Unternehmen ist, das der Welt der Studenten nahe steht.

 

>Wenn Sie Elena und Juliette bei der Finanzierung ihres Projekts helfen möchten, gehen Sie auf die Facebook-Seite M4d Moi’z’aiLes: 1€ = 1 zurückgelegter km!